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Jemanden aus einem anderen Land kennenlernen: Sprache, Zeitzonen und Sicherheit

Keine gemeinsame Sprache, große Zeitverschiebung, und fürs erste Date brauchst du ein Ticket. Wie die Übersetzung für dich arbeitet, wie du mit kulturellen Unterschieden umgehst und nicht auf Maschen hereinfällst, die auf Fernbeziehungen zielen.

· 6 Min. Lesezeit

Wenn du jemanden aus einem anderen Land kennenlernst, liegen gleich zwei Entfernungen zwischen euch: Kilometer und Worte. Die Zeitzonen bestimmen, wann ihr reden könnt, zwischen euren Nachrichten sitzt oft ein Übersetzer, und ein erstes Date beginnt meistens mit einem Ticket. Einer guten Beziehung steht nichts davon im Weg. Es braucht nur ein paar Gewohnheiten, über die sich niemand Gedanken machen muss, der in der eigenen Stadt jemanden kennenlernt.

Fang mit dem an, was euch verbindet

Bevor du schreibst, sieh dir im Profil die „Sprachen“ an: Sprecht ihr eine gemeinsame Sprache, steht dort „Ihr sprecht beide“. Trag in deinem eigenen Profil alle Sprachen ein, in denen du chatten kannst, auch die, die du nur ein bisschen sprichst. Um Leute zu finden, die eine deiner Sprachen sprechen, tipp in „Leute in der Nähe“ auf „Weitere Filter“ und wähl sie unter „Sprachen“ aus.

Alles, was auf YADate aus einer Liste ausgewählt wird, kommt beim Gegenüber in der eigenen Sprache an, ganz ohne Übersetzer: die Abzeichen aus „Kurz über mich“ unter „Über mich“ und die Antworten unter „Fragen“. Zwei davon solltest du dir früh ansehen: ob jemand für eine Beziehung umziehen würde und ob bei „Eine Fernbeziehung?“ die Antwort „Nichts für mich“ steht. Das erfährst du besser jetzt als nach einem Monat voller Nachrichten. Sogar wenn du unter einer Antwort der anderen Person auf „Antworten“ tippst, schickst du eine ausgewählte Reaktion, und ihr lest sie beide in eurer eigenen Sprache.

So funktioniert die Übersetzung im Chat

YADate übersetzt eingehende Textnachrichten. Unter einer Nachricht in einer anderen Sprache siehst du „Übersetzen“, und mit „Original anzeigen“ holst du den ursprünglichen Text zurück. Wenn du die meisten Chats in anderen Sprachen führst, öffne die „Einstellungen“ und schalte „Nachrichten automatisch übersetzen“ ein: Dann wird ein Chat übersetzt, sobald du ihn öffnest. „Übersetzen“ gibt es auch unter „Über mich“ in anderen Profilen.

Gut zu wissen:

  • Maschinelle Übersetzung macht Fehler, vor allem bei Witzen, Slang und langen Sätzen.
  • Viele Sprachen haben eine höfliche und eine vertraute Anrede, so wie „Sie“ und „du“, und zeigen das Geschlecht am Verb. Übersetzer lassen das Erste oft unter den Tisch fallen und raten beim Zweiten. Deshalb kann eine Nachricht förmlicher oder vertrauter klingen als gemeint oder dich mit dem falschen Geschlecht ansprechen. Im Zweifel liegt es eher am Übersetzer als an der Person.
  • Smileys gehen nie durch den Übersetzer, und Links und lange Zahlen bleiben genau so, wie sie geschrieben wurden.

Schreib so, dass der Übersetzer dich versteht

Deine Nachrichten werden erst bei der anderen Person übersetzt, und die Fassung, die sie liest, bekommst du nie zu sehen. Ein paar Gewohnheiten helfen:

  • Ein Gedanke pro Satz: Kurze, vollständige Sätze überstehen die Übersetzung viel besser als ein langer Bandwurmsatz.
  • Verzichte auf Slang, Abkürzungen und Wortspiele. Ironie geht als Erstes verloren, setz also einen Smiley dazu, wenn du scherzt.
  • Schreib den Monat als Wort: „3. April“ statt 3.4. oder 3/4, denn in den USA steht der Monat vorn, und dort hieße das 4. März.
  • Bestätige Wichtiges in einer einfachen Zeile: „Also: 14. März, 18:00 Uhr deiner Zeit, richtig?“
  • Lern, wie man in der Sprache deines Gegenübers Hallo, Danke und Gute Nacht sagt: Ein paar Worte, die keinen Übersetzer brauchen, bedeuten oft mehr als ein langer Absatz.

Wenn eine Nachricht seltsam klingt

Bevor du gekränkt bist, tipp auf „Original anzeigen“: Selbst wenn du nur ein paar Worte der Sprache kennst, siehst du vielleicht, wo die Übersetzung danebenlag. Dann frag nach, statt zu raten: „Ich bin nicht sicher, ob ich das richtig verstehe. Meinst du dieses Wochenende oder das nächste?“

Auch die Gewohnheiten im Netz sind verschieden. Viele, die Russisch sprechen, setzen statt eines Smileys eine Klammer ans Zeilenende: „Hallo))“ ist also herzlich gemeint und kein Tippfehler. Im Thailändischen steht „555“ für Lachen, weil das Wort für „fünf“ wie „ha“ klingt. Mancherorts ist ein direktes „Nein“ ganz normal, anderswo wird es in sanftere Worte verpackt. Geh im Zweifel vom Guten aus, bis das Verhalten etwas anderes zeigt.

Kulturelle Unterschiede, die du früh ansprechen solltest

Zwei Menschen aus demselben Treppenhaus können sich stärker unterscheiden als zwei von verschiedenen Kontinenten, schieb also nicht alles auf die Nationalität. Wenn ihr an verschiedenen Orten aufgewachsen seid, lohnt es sich trotzdem, manche Themen früher anzusprechen:

  • wie man sich dort kennenlernt, wo ihr jeweils lebt: wie schnell man sich persönlich trifft und wann die Familie ins Spiel kommt;
  • wer beim Date bezahlt und ob getrennte Rechnungen üblich sind;
  • Religion, Feiertage und Familientraditionen, die in einem gemeinsamen Leben wichtig wären;
  • wo ihr beide leben möchtet, wenn es ernst wird.

Frag aus Neugier, nicht wie in einer Prüfung. Auf „Wie sieht bei euch in der Familie ein ganz normaler Sonntag aus?“ bekommst du eine Geschichte zu hören, auf „Glaubst du an Gott?“ ein Ja oder ein Nein.

Zeitzonen ohne Rätselraten

Wenn bei dir schon Abend ist und dein Gegenüber gerade Mittagspause hat, hilft Raten nicht weiter. Füg die Stadt der anderen Person zur Weltuhr auf deinem Handy hinzu und nenn eine Stadt, wenn du eine Uhrzeit vorschlägst: „20:00 Uhr meiner Zeit, ich bin in Warschau.“ Achte auf die Zeitumstellung: Viele Länder kennen sie gar nicht, und der Großteil Europas und die USA stellen an unterschiedlichen Wochenenden um. Deshalb ist der Abstand zwischen ihnen ein paar Wochen im Jahr um eine Stunde kleiner.

Verabredet eine Tageszeit, die euch beiden passt, statt online aufeinander zu warten. Dazwischen helfen Sprachnachrichten: Du nimmst auf, wann es dir passt, und die andere Person hört zu, wann es ihr passt. Sprachnachrichten werden nicht übersetzt, halt sie also kurz, wenn ihr keine gemeinsame Sprache habt. Schicken kannst du sie, jeweils bis zu einer Minute lang, sobald die andere Person dir geantwortet hat.

Betrugsmaschen, die auf Fernbeziehungen zielen

Liebesbetrüger setzen auf die Entfernung: Sie erklärt, warum es nie zu einem Treffen kommt. Das Drehbuch ändert sich kaum:

  • schon in den ersten Tagen soll es in eine andere App oder einen anderen Messenger gehen;
  • es gibt immer einen Grund, warum es mit einem Treffen nicht klappt oder die Kamera nicht angeht: ein Vertrag im Ausland, ein Schiff, ein kaputtes Handy;
  • dann kommt das Geld ins Spiel: ein Ticket, um dich zu besuchen, ein Visum, eine Zollgebühr für ein Paket, ein Notfall im Ausland, eine „Investition“.

Schick niemals Geld, Gutscheinkarten, Kryptowährung oder die Codes, die du aufs Handy bekommst, an jemanden, den du nicht persönlich getroffen hast, egal wie überzeugend die Geschichte klingt. Wenn der Übersetzer jede Nachricht glättet, kannst du schwer beurteilen, wie jemand schreibt. Achte deshalb darauf, worum die Person dich bittet. Telefonnummern und Links halten wir in den ersten Nachrichten zurück, damit dich niemand gleich in eine andere App ziehen kann. Weitere Warnsignale findest du im Beitrag Woran du Liebesbetrüger erkennst.

Bevor du zum Treffen reist

Auf YADate gibt es weder Sprach- noch Videoanrufe. Schlag deshalb einen kurzen Videoanruf in einer anderen App vor, wenn ihr schon eine Weile schreibt, und zwar bevor jemand ein Ticket kauft. Ein paar Minuten vor der Kamera, auch mit einfachen Worten und viel Lächeln, verraten dir mehr als jedes Foto. Weitere Checks findest du im Beitrag So prüfst du, ob jemand echt ist.

Wenn die Reise feststeht:

  1. Buch und bezahl deine Unterkunft und deine Rückreise selbst.
  2. Triff dich beim ersten Mal an einem belebten öffentlichen Ort und komm auf eigene Faust dorthin.
  3. Sag einer Vertrauensperson, wo du übernachtest, wen du triffst und wann du dich meldest.
  4. Gib deinen Pass und deine Bankkarten nicht aus der Hand, und lade in der Übersetzer-App auf deinem Handy ein Offline-Sprachpaket herunter.
  5. Halt das erste Treffen kurz und plan eine Reise, die sich auch allein lohnt.

Wenn du ein Ticket oder Visum bezahlen sollst, damit die andere Person zu dir kommen kann, ist an dieser Stelle Schluss.

Die Übersetzung überbringt die Worte. Ob jemand echt ist und es ernst meint, zeigen die Taten.

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